Wochenende in Knittelfeld

 

 

Liebe Freunde des Lebens,

 

Samstagmorgen begannen wir mit einem Frühstück im Garten und einer zeitgleichen Katechese über das Markusevangelium. Das Marschieren bis nach Knittelfeld war teils wieder anstrengend, aber auch sehr schön. Im Laufe des Tages stießen auch weitere Wanderer dazu. In Knittelfeld angekommen, ging´s wieder ins Freibad (im Pfarrhaus gibt´s nämlich keine Duschen). Während wir im Anschluss daran zu Abend aßen, kamen schon die ersten Vortragsgäste für unseren Vortrag über die Präimplantationsdiagnostik (PID).

Dr. Karl Radner, Gynäkologe aus Wien, hielt einen äußerst inhaltsreichen Vortrag über die ethische Problematik der PID. Zu Beginn erklärte der katholische Arzt die biologischen und technischen Grundlagen der In-Vitro-Fertilisation (IVF), um die damit zusammenhängende PID besprechen zu können.

Die Zuhörer erfuhren medizinische Details zur Entstehung und Entwicklung des Menschen in den ersten paar Tagen seines Lebens. Dr. Radner unterstrich dabei, dass die Empfängnis (Verschmelzung von Samen- und Eizelle) wissenschaftlich gesehen, als Beginn des menschlichen Lebens festzusetzen ist. Zwar gäbe es viele andere prägnante Momente – gerade in den ersten paar Wochen – doch erst mit der Verschmelzung werden all diese Schritte erst möglich.

Mit anschaulichen Grafiken und Ergebnissen von diversen medizinischen Studien wies Dr. Radner auf die Schwierigkeiten mit der künstlichen Befruchtung (IVF) hin: Körperliche Beschwerden für die Frau (etwa durch Überstimulation der Eierstöcke),  Tendenz behinderte Kinder zu zeugen, da Samenzellen künstlich hinzugefügt werden und keine natürliche Selektion (-> beste Samenzelle befruchtet Eizelle) stattfinden kann, aber auch eine äußerst geringe “Baby-take-home”- Rate.

Zwar würden die Verfahren immer besser, effizienter werden, doch gäbe es trotzdem eine Erfolgsrate von nur 10-15%. Das bedeutet, dass von 100 befruchteten Eizellen (= Mensch im allerfrühesten Stadium seines Lebens) letzten Endes höchstens 15 Kinder auf die Welt gekommen.

Die Präimplantationsdiagnostik (PID) hat die künstliche Befruchtung als Voraussetzung. Die befruchtete Eizelle beginnt sich einen Tag nach der Verschmelzung zu teilen. Ist das Vierzell-Stadium erreicht, wird eine Zelle entnommen und dann auf mögliche genetische Defekte, Abnormalitäten untersucht. Die PID ist in vielen Ländern schon eingeführt worden – unter dem Vorwand, dass man Paaren, die genetische Krankheiten in der Familie haben, helfen möchte “gesunde” Kinder zu bekommen.  Fakt ist, dass die PID auch gern verwendet wird, um die “Take-home”-Rate zu erhöhen…

Fakt ist, dass die PID an sich ethisch NIE vertretbar sein kann, denn sie bedeutet definitiv eine vorgeburtliche Selektion… Wer mehr zu diesem Thema wissen möchte, kann uns gern unter “jugendfuerdasleben@gmail.com” schreiben :)

 

Nach dem Vortrag wurden interessante Fragen gestellt, die sich nicht nur allein an die Präimplantationsdiagnostik richteten, sondern auch andere Themenbereiche des Lebensschutzes betrafen (z.B. Was tun, wenn ein Kind bei einer Vergewaltigung entstand?). Einige der Vortragsbesucher erzählten uns über ihre persönlichen Erfahrungen mit dem Thema Abtreibung. Eine junge Frau etwa, die im Altersheim arbeitet, erzählte uns, dass es immer wieder passiert, dass alte Menschen plötzlich nach Jahrzehnten des Schweigens über eine vorgenommene Abtreibung berichten – “es bricht einfach aus ihnen heraus”…

 

Untenstehend wie immer Fotos und darunter noch ein paar Gedanken von P. Kaufmann, der sich an unserem Ruhetag zu Wort melden wollte…

 

Eure Jugend für das Leben

 

 

 

 

 

Sonntag, 26.08.2012

An unserem heutigen Ruhetag in Knittelfeld wollen wir P. Kaufmann zu Wort kommen lassen:

 

Der Sonntag ist uns ein  willkommener Tag zum Ausruhen. Freilich erhält der Sonntag durch den Besuch der Heiligen Messe eine besondere Prägung.  Die Sonntagspflicht ist für den, dem der Glaube auch nur ein wenig wichtig ist, eine heilige Sache. Schließlich wird dort das Kreuzesopfer unseres Herrn gegenwärtig gesetzt und dem himmlischen Vater dargebracht. Und „Öpferchen“, die wir dem Opfer der Heiligen Messe hinzulegen dürfen, haben wir genug. Sei es, dass wir viele Aufgaben in diesen Tagen wahrgenommen haben, sei es, dass unser Weg zur nächsten Unterkunft manchmal unendlich lang erschien, weil man einfach schon sehr erschöpft war und der Asphalt unbarmherzig an den Fußsohlen brannte, oder dass die meisten von uns mehrere kleinere und größere Blasen an den Füßen haben – alle diese „Öpferchen“ bringen wir unserem Heiland. Wir wissen: Er wird sie gerne annehmen und dafür die Herzen der Menschen bewegen und sie für unser Anliegen, das ja auch sein Anliegen ist, öffnen.

 

Die Sonntagsmesse sagt uns aber noch etwas anderes, das zutiefst mit unserem Anliegen – der Achtung des Lebens der ungeborenen Kinder – zusammenhängt. Denn vollendet wurde das Opfer der Heiligen Messe und damit das Opfer Christi indem der Herr auferstand. Die Christen feierten den Sonntag als den Gott geweihten Tag, weil er der Tag der Auferstehung Christi ist. Und auferweckt wurde eben der Leib unseres Heilandes. Die Apostel suchten seinen Leichnam im Grab, fanden ihn aber nicht mehr, weil er übergegangen war in die jenseitige Glorie. Und damit verbunden ist auch unsere Auferstehung. Denn, wie Christus auferstanden ist, werden auch wir auferstehen. Wie in Adam alle sterben, so schreibt der heilige Paulus an die Korinther, werden in Christus auch alle lebendig gemacht werden. (1 Kor. 15,22) Das heißt, am Sonntag freuen wir uns über die Auferstehung Jesu Christi und auch über die zukünftige Auferstehung und Verherrlichung unseres  eigenen Leibes. Und diese dem Menschen vorausbestimmte Herrlichkeit lässt uns erahnen, wie sehr Gott das menschliche Leben schätzt, wie heilig es ihm ist. Auf der einen Seite ist es das Naturrecht, das das Recht des Menschen auf sein Leben absichert. Auf der anderen Seite ist es das Ziel, das jeder Mensch dem Leibe nach erreichen soll: Einzugehen in die unendliche Herrlichkeit. Der Sonntag erinnert uns an beides:  Dass keines der Opfer auf unserem Weg umsonst war und dass wir die Heiligkeit jedes menschlichen Lebens, und wäre es noch so unscheinbar, nicht hoch genug einschätzen können.

 

 

 

Liebe Freunde des Lebens,

Unsere Freitag begann ganz entspannt – sollte aber im Laufe des Tages anstrengend, aber auch sehr spannend werden. Wir waren am Vorabend alle relativ früh ins Bett und durften auch länger schlafen. Das war bitter nötig – vor allem nach dem anstrengenden Marsch am Vortag (+40km).

Leider hatten wir uns mit der Kilometerberechnung vertan. Wir hatten ursprünglich mit 18km gerechnet, fanden dann aber ziemlich schnell heraus, dass es rund 25km waren… Was prinzipiell nicht besonders viel ist – besonders im Vergleich mit den 40km vom Vortag – aber wir hatten leider keine Mittagspause eingeplant, weil wir dachten, dass wir schon gegen 14 Uhr in der Unterkunft in Leoben ankommen würden..

tja…. ;)

Stundenlang ging es die Bahngleise und die Mur entlang, und die Sonne schien und schien. Bald wurden unsere Wasservorräte mehr als knapp – und weit und breit und kein Brunnen in Sicht! Da trafen wir glücklicherweise auf Wasserökologen, die Messungen in der Mur vornahmen. Sie hatten gerade eine Pause eingelegt und boten uns Tomaten und Ribiselsaft an. Nach einer kurzen Unterhaltung zogen wir weiter.

Gegen 15.30 Uhr hatten wir das Ortsschild Leoben erreicht, aber wir mussten noch durch die gesamte Ortschaft durchgehen, um zu unserer Unterkunft zu gelangen. Die letzten 2km waren für einige eine richtige Qual – Gelenksschmerzen, Durst und Blasen an allen möglichen Stellen verlangsamten das Gehtempo…

Als wir endlich angekommen waren, gings gleich ins Schwimmbad für eine knappe Stunde – frisch machen, entspannen – bevor dann Hl. Messe war. Um 19 Uhr hatten wir wieder einen Vortrag, während sich draußen vor unserem Unterkunftsgebäude ein paar Mitglieder der Sozialistischen Jugend Österreich (SJÖ) versammelt hatten, um gegen unsere Veranstaltung, gegen unseren Verein zu “demonstrieren”. Wie schon so oft, wollten sie Passanten weismachen, dass die “Jugend für das Leben” frauenverachtend, radikal und rückschrittlich ist (Interessant, dass ein Großteil unserer Mitwanderer weiblich ist… ;) )

Nach dem Vortrag gingen ein paar von uns hinaus, um sich mit ihnen zu unterhalten. Es kam zu ein paar lebhaften Diskussionen, die zum Glück sehr friedlich verliefen. Wir luden die SJ-Mitglieder ein, dass sie doch einmal zu einem unserer Vorträge kommen könnten – dann könnten sie sich ein wirkliches Bild von unserer Arbeitsweise machen. Leider lehnten sie ab. Auch zum Grillen im Garten (im Anschluss an den Vortrag) wollten sie nicht kommen.

Die Mitarbeiter des Jugendzentrum “Spektrum” hatten den Griller angeworfen und versorgten uns mit Köstlichkeiten. Während des Abends kamen auch einige neue Mitwanderer an. Interessante Anekdote: Der Leiter des katholischen Jugendzentrums erzählte uns ganz erstaunt, dass es zum ersten Male in der über 30-jährigen Geschichte des Zentrums zu einer Demo vor der Haustür gekommen wäre. Dabei hätten sie schon viele Veranstaltungen gehabt, die viel eher “demonstrier-wert” gewesen wären: Schräge Heavy-Metal-Konzerte, laute Feste etc.

 

Eure Jugend für das Leben